Fussabdruck

von 2bd am 5. Juni 2019

Ich tauche aus dem Powerrest auf und spüre meine nackten Füsse wunderbar warm und durchströmt von lebendiger Energie. Was ich früher als ‘Kontakt’ zu meinen Füssen verstand, ist ein Witz, im Vergleich mit dieser fantastischen Verbindung, die ich seit gut einem halben Jahr erlebe. Traumhaft!

Selbstverständlich zeigt sich diese Verbindung auch beim Gehen. Ich gehe nun oft und ohne Absicht in ganz bewusster Verbindung zu meinen Füssen und rolle sie auf dem Boden ab. So spielt es keine Rolle, ob sich darunter Naturboden oder Asphalt befindet. Meine Füsse bewegen sich aktiv, mit jedem Schritt. Noch nicht ganz Tatsache, aber nahe dran.

Dabei ging ich doch schon früher über schmalste Grate, scheinbar völlig sicher und gelassen. Bergsteigerkollegen, auch wenn sie mir klettertechnisch überlegen waren, überliessen mir in solchen Situationen noch so gerne die Führung. Bin gespannt aufs nächste Mal; so das sich ergiebt.
Ich erinnere mich auch, wie ich mich als junger Therapeut – wir sassen stets auf Kissen am Boden – schämte, wenn sich eine Klientin oder auch mal ein Klient in meinen Schoss legte, und ich kalte Füsse hatte. Ich, als obercooler Bioenergetiker! Geht nun gar nicht. Gattungseigenes Unwertempfinden (UWE) halt und daher unbedingte Wahrung des Scheins.

Und dieser wunderbare, trotz unzähliger Massagen, Körpertherapie und Training ad infinitum erst seit kurzem bestehende Kontakt zu meinem Unterbau, insbesondere zu den Füssen, ist noch nicht alles; ja, eigentlich bloss der Kontext. 1982, mit 31 Jahren, am Walliser Weisshorn Nordgrat, als der Haken an einer Standsicherung ausbrach, und ich einen 10 Meter Rückwärtssalto entlang der dort senkrechten Wand machte, mit anschliessendem Aufprall am Felsen (zum Glück) mit den Füssen, brach ich mir (bloss) den linken Talus (Sprungbein). Worauf ich auch nach der Heilung das linke Bein stets unbewusst schonte. Zudem ‘drohte’ mir damals der behandelnde Arzt, dass sich im Alter im Fuss eine Nekrose einstellen könnte. – Verstärkt wurde das Schonverhalten 1993, als ich nach einer gewaltigen Skitour, inklusive Abfahrt durch ein lawinenverseuchtes Steilcouloir, mit aberdutzenden Sprüngen, abends noch mit den Jungs Fussball spielte und mir dabei die linke (logisch nach so viel Schonung!) Achillessehne riss. Die blieb dann auch nach der Heilung etwas verkürzt und vor allem verdickt; was das unbewusste Schonverhalten natürlich weiter förderte. Trotzdem pflegte ich das Bergsteigen, inklusive 15-18-stündiger Touren engagiert weiter. – Als meine diesbezügliche Aktivität etwas abnahm, zeigte sich das unbewusste Schonverhalten bald darin, dass der linke Wadenmuskel deutlich kleiner wurde, als der rechte, und sich beim beim Auf-die-Zehenspitzen-Stehen, etwa im täglichen Gelöst&Dicht, stets leicht verkrampfte. Und siehe da! Vor rund fünf Jahren schien sich auch die ‘Weissagung’ des Arztes zu erfüllen. Ich verspürte beim Gehen einen zunehmenden Schmerz im Zentrum des linken Fusses. Dies zum Glück nicht ständig; jedoch häufig. Schliesslich suchte ich einen Orthopäden auf, der ein MRI anordnete. Nach dessen Sichtung empfahl er mir die Operation.
Okay, das war vor rund drei Jahren. Um möglichst konservativ zu bleiben erprobte ich eine neuartige Schuheinlage, die den Naturboden simulieren sollte. Im Endeffekt nur für kurze Zeit. Der Aufwand, stets die Einlage wechseln zu müssen, war mir schliesslich zu gross. Ich gebe zu, ich bin da etwas faul. Auch der Glaube fehlte mir offengestanden.
Was ich jedoch weiter – und ganz ohne jeglichen Fokus! – machte, war die regelmässige Anwendung dieses merkwürdigen und in der Folgezeit stets noch feiner und präziser ausgebauten MEGATOOLS – was für ein Bluffer hat bloss diesen Namen erfunden!? Und tatsächlich wirkte sich der dort – von wem jetzt schon wieder? – propagierte Umbau des gesamten Körpers in Richtung ursprüngliche Natur, als logische Folge von AB-PP (MEGATOOL) selbstredend auch auf meine Verbindung durch das ganze (vielschichtige und häufig ziemlich undurchdringliche) Körpersystem hindurch bis runter zu den Füssen aus.
Und nicht bloss auf die Verbindung!! Tatsächlich hat sich nicht nur der linke Wadenmuskel seit ein paar Monaten wieder an den rechten angeglichen, und die linke Achillessehne sich nach 27 Jahren konstanter Verdickung in kurzer Zeit beinahe auf das Mass der rechten verdünnt — dies selbstredend alles ohne irgendwelche ‚Massnahmen‘ – sondern (WOW!) auch der Schmerz im linken Fuss ist praktisch verschwunden. Das hält nun bereits rund drei Monate an; eine Zeitspanne, die mir eine gewisse Zuversicht erlaubt, dass ‘da unten’ sich doch einiges in Sachen tiefer Regeneration getan hat. Sollte dies nun tatsächlich Tatsache (…) werden, bin ich mehr als glücklich.
Also schon mal: DANKE!
Äh … wem?

Dies geschieht, wie erwähnt, zeitgleich mit dem unbewusst – heisst unkontrolliert – bewussten Abrollen beider(!) Füsse beim Gehen. Heisst also: unbewusst fertig Schongang. Zusätzlich setze ich auch das Bedürfnis, möglichst oft barfuss zu gehen, auch im Winter, selbstverständlicher denn je um. Einfach so; weil es nahe liegt.

So hinterlasse ich doch gerne meinen öko-, da bio-logischen Fussabdruck auf der Erde.
Nochmals: DANKE!

 

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