Tapas: Angst ist auch politisch

von 2b am 16. Dezember 2010

Es gibt nur einen einzig möglichen Grund, Macht anzustreben, die das der Persönlichkeitskompetenz angemessene Mass – und ohnehin den nahe liegenden Horizont! – übersteigt:

ANGST

Die Endform der Macht – die Diktatur – ist die reine Ausgeburt der Angst.

Beispiele, aus aktuellem Anlass: China (Friedensnobelpreis), Russland (Jukosprozess)
(wobei sich jene Diktaturen mittlerweile der kapitalistischen Gestik bedienen, die wir rasch und gern – um unsere eigene Angst erfolgreich zu verdrängen – als human wahrnehmen).

Diktatoren glauben, nur überleben zu können, wenn sie drei Dinge tun:

  1. Sie scharen eine Reihe ebenfalls extrem angstvoller und daher sklavisch ergebener Menschen um sich.
    Diese fühlen sich bei ihnen sicher, sind jedoch da, um die Despoten selber zu schützen. Ein für andere tödlicher Pakt.
  2. Sie verbreiten Angst und Schrecken.
    Da sie dermassen voll sind mit Angst, fühlen sie sich nur einigermassen sicher, wenn andere vor ihnen Angst haben. Das ist, in panischer Dummheit, das als einziges erscheinende Mittel, sich persönlich (Diktaturen sind – ebenso wie das Streben nach politischer Macht allgemein – stets persönlich; politische Inhalte dienen bloss als Vehikel) wenigstens eine labile Sicherheit zu verschaffen. Je starrer die Diktatur, je enger die Maschen, desto sicherer wähnen sich Diktatoren. Dumm, wer um Lockerung verhandeln will oder ähnliches.
  3. Jede und jeder, der oder die vor ihnen keine Angst zeigt, wirkt als Lebensbedrohung und wird mit Hilfe ihrer Schergen verfolgt.
    Ob jener Mut der Verzweiflung politisch motiviert ist oder nicht, spielt keine Rolle.

Es gibt nur ein Mittel, Diktatoren zu helfen und sie von ihrem Wahn zu befreien: sie stürzen.
Solange das nicht möglich erscheint, hilft es, sie so gut wie möglich zu ignorieren.

Weiter gehts im INSIDER – 2bd magazin mit «Der Angstmann».

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