Ach du Schande!

von 2b am 17. Juni 2026

Okay, ich bin unerwartet noch am Leben. Bin gerade unendlich traurig im Hinblick darauf, jetzt dann für immer zu gehen.

Ja, weshalb der Titel?
Ich habe mich heute morgen beim Erwachen im Auto daran erinnert, dass ich 2018, als mein Buch ‚Homo Caput ‘ erschien, als der wichtigste Mensch der Welt bezeichnet wurde. Von dem gleichsam das mittelfristige Schicksal der Menschheit abhängt.

Haha, wann ich nun auf meine aktuelle Situation schaue, ist das ziemlich bis vollkommen absurd. Der wichtigste Mensch der Welt steht vollkommen allein da, besitzt grad keinen Rappen mehr (zum (letzten?) Kaffee hat‘s gerade noch gereicht), und hat nirgends eine Bleibe. Ein Hotel ist eh kein Thema mehr. Also, was soll dieser wichtigste Mensch der Welt anderes tun, als sich trotz der Topverfassung, in der er sich befindet, das Leben zu nehmen?

Obwohl alles in mir stets nach Lösungen sucht – automatisch, ungesteuert, eines meiner besten persönlichen Tools –, sehe ich keine realistische Möglichkeit, diese Situation zu überleben. Klar, befasse ich mich mehr oder weniger den ganzen Tag mit der Frage, irgendwie zu Geld zu kommen, was mein Sein zumindest verlängern würde. Doch hat sich bisher keine Lösung gezeigt. Stattdessen melden sich laufend unzählige Betrüger, die mir grosses Geld versprechen. Widerlich 🙁

So stehe ich denn verloren und allein in dieser wunderbaren Landschaft, wo ich mich gerade befinde, und weine vor mich hin. Ich lasse die nächsten Stunden auf mich zukommen. Mich einfach treiben lassen – merkwürdiger Begriff! – ist eine weitere wunderschöne Fähigkeit von mir; diese allerdings erst durch den tiefen inneren Prozess erworben.

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