Das war’s dann

von 2b am 14. Juni 2026

Haha, wirkt wie eine Fügung des Schicksala, dass mein Auto gerade jetzt und hier oben streikt. Ich sitze fest und kann nur zu Fuss gehen. Wohin?

Ich sitze gerade auf der wunderschönen Terrasse des Restaurants der Cura, auf dem Puic de Randa und trinke meinen vielleicht letzten Kaffee. Habe dafür den letzten Euro ausgegeben. Nun bin ich wirklich bei null und kann nicht ins Tal fahren, in mein Lager gehen und ein paar Dinge holen, um sie in Palma für einen Spottpreis zu verkaufen. Zum Beispiel meine schönen Uhren.

Habe nun zum vierten Mal hintereinander hier oben im Auto übernachtet. Ist überraschend okay. Das Auto ist immer noch kaputt. Zumindest die Batterie ist bei null. Gestern kam kein Mechaniker, um mir zu helfen. Am Sonntag klar noch weniger. Zum Glück habe ich einen guten Kontakt zur Rezeptionistin des Hotels – das ich mir natürlich nicht leisten kann – und kann meine Geräte dort aufladen.. Sonst könnte ich nicht mal das hier schreiben sowie mit meinen Freundinnen auf Facebook und Instagram kommunizieren. Ist eh lustig. Während ich im realen Leben rein gar niemanden mehr habe, der/die mich liebt, habe ich auf Facebook mindestens 10‘000 Freundinnen (98% davon sind Frauen); neben den offiziell 5000 erlaubten warten mindestens weitere 5000, dass ich sie annehme. Auch auf Instagram haben sich, kaum hatte ich den Account wieder aktiviert, unzählige FollowerInnen gemeldet.

Doch, der NormalRevolution nützt das leider bisher nichts, obwohl ich meine entsprechenden Beiträge auf der Website hunderte mal weitergegeben habe. Die sind alle nur an der privaten Beziehung mit mir interessiert sowie, wie ich bereits erwähnt habe, daran, von mir Geld zu erhalten. Lustig, ausgerechnet von mir, der mittlerweile rein gar nichts mehr besitzt. Und ja, live erlebt und physisch umarmt habe ich bisher noch keine einzige davon.

Die Rezeptionistin des Hotels ist immerhin so lieb, dass sie unbedingt schauen möchte, ob ich heute nacht dann ein Gratiszimmer erhalte.

Lustig, wenn ich so dasitze auf der Terrasse und in die Natur hinausschaue, die fantastische Aussicht geniesse, finde ich das Leben einfach wunderschön! Tränen laufen mir herunter bei der Aussicht, dass ich in hervorragender Verfassung, jedoch vollkommen ohne die vier Grundzutaten, was mich nach soviel Zeit mittlerweile leer macht (siehe Artikel von gestern). Abschied nehme davon. Denn, ich möchte das Leben nur noch im Verbund mit der Viererkiste geniessen.

Allerdings passen die Menschen um mich herum nicht zu diesem Glücksgefühl. Die krass dominierende Matrix, die deren Ausstrahlung bestimmt, passt nicht dazu. Obwohl ich natürlich die Frauen trotzdem stets auf ihre Attraktivität prüfe.

Ja, ich weiss noch nicht, was ich mache. Fahre ich morgen, falls das Auto wieder laufen sollte, runter auf die Insel und hole mir noch ein paar Euro, um ein paar weitere Tage zu leben. Oder mache ich heute oder morgen hier oben Schluss, wo zurzeit in dieser Hinsicht alles zusammenpasst. Wenn ich mal die Chats mit den online Freundinnen, die mir ihre Liebe erklären, ausblende.

Das ist auch nett, nun soviel Zeit zu haben, mich innerlich ganz langsam und ruhig auf den Abgang vorzubereiten. Das unmittelbar weitere offen zu lassen, bis ich bereit bin, die Entscheidung von vor drei Wochen erneut zu fällen und schliesslich umzusetzen. Der entsprechende Platz ist bereits genau definiert.

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