Ospel, UBS und die Milliarden

von 2b am 31. Januar 2008

Zuerst sollten wir uns doch einmal vergegenwärtigen, mit was für einer Dimension wir es da zu tun haben.
Milliarden!
Da müssen wir Durchschnittsbürger doch einfach verstummen. Weil wir uns das gar nicht vorstellen können. Also auch nicht so grossgekotzt darüber reden sollten. Als ob wir damit jonglieren könnten.

Dann möchte ich dazu festhalten. Wie meistens drei Dinge:

  1. Die Saläre von Ospel & Co.
    Was machen wir da für ein Geschiss darum? Wir sind doch nur neidisch. Der Skandal liegt bestimmt nicht darin, dass diese Leute ihre Millionen garnieren, sondern, dass die andern – mindestens die, die satt beitragen! – so viel weniger erhalten. Das ginge nämlich prächtig beides nebeneinander.
    M.a.W. : Die sogen. ‚Abzocker‘ (lächerlich!) verdienen das Geld nicht auf Kosten der anderen!
    Zudem sind die Banken-CEOs ja bloss kleine Milchbuben, im Vergleich mit dem, was ihre besten Broker verdienen – eben: Milliarden! Die können sich das vorstellen. Nicht wir! Aber darüber schweigen wir.
    Weil wir’s nicht wissen (wollen)?
    Und wenn sie ihre Gewinne einfahren, jubeln dann alle. Schon komisch, nicht?
    Ich jedenfalls gönne denen allen ihr Geld. Punkt.
    Und, wenn wir schon von verdienen reden: Dann schon eher Manager, als irgendein Schlagerstar (Dion), ein Sportler (Federer) oder ein Talkmaster (Winfrey). Oder eine Buchautorin… Da schreit kein Schwein!
    Wobei: Ich würde das Geld ja auch nehmen… Verdammt: Kauft meine Bücher!
    Damit zu Punkt zwei.
  2. Entweder ist Ospel ein guter Manager. Dann war er es schon, als er die Gewinne einfuhr. Und ist es auch jetzt, wo er mal Verlust generiert. Der hat sich bestimmt nicht geändert. Und das Geld hat er auf genau dieselbe Weise gewonnen, wie jetzt verloren. Wetten?
    Oder Ospel ist ein schlechter Manager. Dann war er es schon, als er die Gewinne einfuhr. Und ist es auch jetzt, wo er mal Verlust generiert.
    M.a.W: Die aktuelle Situation macht überhaupt keinen Unterschied!
    Es ist bloss unsere gottlos bornierte Sicht der Dinge – durch die heisshungrige, mindestens ebenso bornierte Presse geschürt -, die auf diese verdammte, kurzsichtige, bigotte Wahrnehmung abfährt: Wenn Gewinne winken, dann ist alles paletti. Wenn einmal ein Verlust kommt, ist alles Scheisse. ENTLASSEN! SUBITO!
    Lächerlich!
    Wo doch jeder Bauer weiss, dass die Ernten mal so, mal so sind.
    Und zwar unabhängig davon, ob es Scheissbauern sind, die versuchen, mit Chemie gierig alles herauszuholen. Oder ob es sich um gute Bauern handelt, die pflegen und ernten.
    Alle fahren mal Gewinn, mal Verlust ein.
    Wollen wir deshalb nach einer schlechten Ernte alle Bauern hängen?
    Wetten, dass die UBS nächste Saison wieder Gewinn einfährt?
    Wenn wir Ospel hängen, dann, weil er ein schlechter Manager ist – in guten und in schlechten Jahren. Ist er das? Wer von uns Möchtegern-Milliarden-Playern weiss das?
    Diese Anmassung!
  3. Sippenhaft! Das ist die Losung, nicht? Nun sollen alle UBS-Angestellten bluten. Nur weil ein paar die Sache verhaut haben. „Kein Bonus für alle!“ Dabei haben viele UBS-Manager letztes Jahr hervorragend gerackert. Ich weiss das aus eigener Anschauung (wörtlich gemeint – mehr liegt nicht drin).
    Da haben wir es wieder, das alte Feudalsystem. Vom primitiven Volkesvolk wie stets gestützt. Dummesdumm. 200 Gangster und 40’000 bluten. Die kranken Wölfe heulen: „Hängt sie alle!“

3 Kommentare »

  1. Hi

    Meine Meiung dazu: Ospel hat doch immer gesagt, dass er soviel verdient, weil er soviel Verantwortung trägt – dann soll er diese Verantwortung bitte auch jetzt tragen und gehen.

    Schaffhausen am 31. Januar 2008 um 22:13 Uhr

  2. Und was machen die dann entblössten Köpfe, die Ospel als Gallionsfigur an die Macht gebracht haben. Jene, die die eigentliche Macht besitzen?
    Ospel selber hat sich ja noch gar nie als fähiger Kopf bewiesen. Aber stets als gutes Werkzeug.

    Pit am 3. Februar 2008 um 13:45 Uhr

  3. das trifft doch gut meine geschichte und these von der kalten rassse: die machtexponenten in den sogen. demokratien sind meistens bloss werkzeuge der eigentlich mächtigen. der selben schichten, die schon seit jahrhunderten die macht besitzen und tradieren.

    2BD am 3. Februar 2008 um 13:52 Uhr

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